© Max Mara
Schauspielerin Florence Pugh präsentiert die Duftneuheit „Le Parfum“ von Max Mara. Wir trafen die Aktrice in Rom zum Interview.
Intim. Umhüllend. Erdend. So beschreibt Florence Pugh Le Parfum EdP, für das sie das neue Gesicht des italienischen Modelabels Max Mara ist. Wir treffen sie im April in einem Hotel im Stadtzentrum von Rom. Damals ist das Projekt noch streng geheim. Die 30-Jährige erzählt verschwörerisch, dass sie schon mehrmals auf den Duft angesprochen wurde, als sie ihn „heimlich“ trug. Umhüllend und kuschelig fällt auch uns direkt ein, als wir das Parfüm mit Sandelholz, Zedernholz, tuberose, Vanille und Kaschmirholz zum ersten Mal riechen. Unweigerlich stellt man sich einen Kamin vor, eingekuschelt im Kaschmirmantel – sicherlich keine zufällige Assoziation.
„Wenn man ein Parfüm kreiert, möchte man ein bestimmtes Gefühl, eine bestimmte Emotion vermitteln. Unsere Aufgabe besteht also nicht nur darin, einen Duft zu komponieren, sondern ein Gefühl zu vermitteln“, erklärt uns Fabrice Pellegrin, der zusammen mit Marie Salamagne den Duft für das Modehaus kreierte. Was „Le Parfum“ für sie ausdrücken soll: das Gefühl von Wohlfühlen und Stärke.
Genau dieses Selbstbewusstsein, diese Authentizität und moderne Weiblichkeit verkörpert nicht nur Max Mara, sondern eben auch Florence Pugh. Die Oscarnominierte Schauspielerin ist bekannt für ihre vielschichtigen Figuren, beispielsweise aus „Little Woman“, „Dune“ oder „Midsommar“. Zugleich gilt sie als Vorbild für – vor allem, aber bestimmt nicht nur – junge Frauen, so zu sein, wie sie sein wollen. Mit uns sprach Pugh darüber, wie die Zusammenarbeit mit Max Mara zustande kam, warum ihre Hündin ihre Lebensretterin ist und weshalb „sich bereit fühlen“ eine wichtige Lebenseinstellung für Frauen sein kann.
Was bedeutet es für dich, das Gesicht von „Le Parfum“ zu sein?
Florence Pugh: Ich fühle mich zutiefst geehrt. Ich habe mich schon immer gefragt, ob ich jemals ein eigenes Parfüm haben werde. Es gab schon andere Gelegenheiten, die sich jedoch nie richtig angefühlt haben. Wissen Sie, es ist eine sehr persönliche Erfahrung, eine Partnerschaft mit einer Marke einzugehen – egal für welches Produkt. Ich habe alle Partnerschaften, auf die ich mich eingelassen habe, sehr sorgfältig ausgewählt. Ich wollte immer das Gefühl haben, Teil einer Familie zu sein. Das ist mir wichtig.Da ich heuer 30 Jahre alt geworden bin, hat es mir wirklich Spaß gemacht, neue Facetten meiner Weiblichkeit zu entdecken, mich weiterzuentwickeln und zu etwas Größerem und Besserem zu werden.
Mir ist durchaus bewusst, dass diese Zusammenarbeit mit Max Mara, einer unglaublich klassischen Marke, genau zur gleichen Zeit zustande gekommen ist. Es geht um Weiblichkeit, um stille Selbstsicherheit und um dieses Bild, das wir alle so gut kennen – diesen klassischen Mantel, den wir nicht hinter uns lassen wollen. Es ist ein Mantel, den man überall tragen kann. Es ist ein Mantel, den man zum Einkaufen tragen kann. Es ist ein Mantel, den man über ein glamouröses Kleid tragen kann. Es ist dieses Bild, das sich in unser Gedächtnis eingebrannt hat – die verlässliche Form, zu der Frauen immer wieder zurückkehren. Und jetzt gibt es ihn in Form eines Flakons.
Selbstbewusstsein entsteht dadurch, dass man ganz man selbst ist.
Das Modehaus ist dafür bekannt, bemerkenswerte, bodenständige Frauen zu feiern. Inwiefern deckt sich das mit deiner eigenen Vorstellung von Weiblichkeit?
Für mich ging es bei Weiblichkeit schon immer um Ausgewogenheit – Stärke und Verletzlichkeit, Selbstbewusstsein und Sanftheit, Unabhängigkeit und Intuition. Max Mara feiert Frauen, die diese Ausgewogenheit verkörpern und sich ganz nach ihren eigenen Vorstellungen durch die Welt bewegen. Das spricht mich sehr an: Es spiegelt die Art und Weise wider, wie ich zu leben versuche.
Welche Verbindung hast du generell zu Parfüm in deinem Leben?
Parfüm war für mich schon immer etwas sehr Persönliches. Ich trage Parfüm für mich selbst – um mich geerdet, geborgen und präsenter in meinem Körper zu fühlen. Es ist oft das Letzte, was ich auftrage, bevor ich das Haus verlasse, und das Erste, was mir hilft, mich bereit zu fühlen. Fast wie ein stilles Ritual – etwas Intimes, das nah an der Haut bleibt und mich den ganzen Tag über begleitet.
Gibt es Düfte oder Gerüche aus deiner Kindheit, die sofort bestimmte Erinnerungen wecken?
Ja, viele (lächelt). Ich habe eine sehr empfindliche Nase, und Gerüche waren mir schon immer wichtig. Ich erinnere mich an all die Dinge, an denen das Parfüm meiner Mutter immer haftete – sei es ihre Lederhandtasche, ihr BH, ihr Schal, ihr Mantel oder auch nur ihr Kopfkissen. Und der Geruch von Essen und Kochen gibt mir viel Geborgenheit. Selbst wenn ich nur Zwiebeln und Knoblauch in einer Pfanne anröste und dann wieder ins Zimmer komme, denke ich: „Wow, das riecht fantastisch.“ Für mich ist ein glückliches, gesundes Zuhause der Geruch von Essen.
Trägst du jeden Tag Parfüm?
Ja, das war mir schon immer wichtig. Als ich ein Kind war, sagte meine Mutter, dass Damen Parfüm tragen, kleine Mädchen aber nicht. Es war immer etwas Besonderes, wenn sie mir erlaubte, einen Spritzer von ihrem Parfüm zu nehmen.

Woran denkst du bei „Le Parfum“?
Ehrlich: Ich liebe dieses Parfüm so sehr. Als ich es zum ersten Mal roch, konnte ich einfach nicht glauben, dass es so roch, wie ich mir die Kaschmir-Mäntel vorstellte. Es ist warm und feminin, aber auch kühn. Und es hat diese herrlichen, holzigen, moschusartigen Noten. Es ist wirklich etwas ganz Besonderes.
Der rote Faden der Kampagne lautet: „Wenn du bereit bist, wirst du es wissen.“ Warum glaubst du, ist es für Frauen heute wichtig, sich „bereit“ zu fühlen?
Ich denke, „bereit“ zu sein hat weniger mit Perfektion zu tun als vielmehr mit Vertrauen – Vertrauen in sich selbst, in die eigenen Entscheidungen und in die eigenen Instinkte. Heutzutage werden Frauen mit so vielen Erwartungen konfrontiert, und sich bereit zu fühlen bedeutet, die Dinge so anzugehen, wie es sich für einen selbst richtig anfühlt. Es geht darum, auf das innere Gespür für den richtigen Zeitpunkt zu hören, statt auf Druck von außen. Wenn man bereit ist, braucht man keine Zustimmung, man muss sich nicht rechtfertigen. Man weiß es einfach. Und diese Art von Bereitschaft kann unglaublich erdend wirken in einer Welt, die ständig von Frauen verlangt, mehr zu tun und mehr zu sein.
Und was bedeutet es in deinem eigenen Leben, bereit zu sein?
Für mich geht es darum, in jeder Rolle und bei jeder Entscheidung präsent zu sein. Es bedeutet, Verletzlichkeit zuzulassen und gleichzeitig Raum für meine eigene Kraft zu schaffen. An manchen Tagen fällt mir das leichter als an anderen, aber bereit zu sein bedeutet, mit sich selbst im Einklang zu sein – egal, was passiert. Es bedeutet nicht, alle Antworten zu haben – es bedeutet, sich selbst genug zu vertrauen, um den nächsten Schritt zu gehen, wenn es sich richtig anfühlt. Das wird heutzutage immer wichtiger, besonders für Frauen, die ständig von gesellschaftlichem Druck und Schönheitsidealen unter Druck gesetzt werden. Zu lernen, sich nicht mit anderen zu vergleichen, ist so schwer. Aber wahre Freiheit – und wahres Wohlbefinden – entstehen dadurch, dass man man selbst ist, auch wenn man nicht in eine Schablone passt.
Du bist ein Vorbild für die junge Generation. Welchen Rat würdest du ihr geben, damit sie selbstbewusst und bereit ist?
Vertraut euch selbst. Hört auf eure Instinkte, steht zu dem, was euch einzigartig macht, und lasst euch von niemandem vorschreiben, wer ihr sein sollt. Selbstbewusstsein entsteht dadurch, dass man ganz man selbst ist – ohne sich dafür zu entschuldigen.
Du selbst hast Millionen von Follower:innen auf Social Media. Wie ist dein Verhältnis dazu – empfindest du es als Druck oder auch als Chance, eine Stimme zu haben?
Eigentlich beides. Ich glaube, meine Beziehung dazu verändert sich auch immer wieder. Vor Jahren habe ich ständig Beiträge gepostet, jetzt mache ich das nicht mehr. Aber es gibt auch einen Grund, warum ich es nicht gelöscht habe, und zwar, weil ich das Gefühl habe, dass es für mich wichtig ist, weiterhin Zugang dazu zu haben, um meiner Stimme Gehör zu verschaffen. Gegenüber all den vielen jungen Follower:innen, die ich habe, habe ich immer das Gefühl gehabt, dass es meine Aufgabe ist, ihnen zu zeigen, wie eine Frau aussieht, die 1,62 Meter groß ist, die läuft und trainiert, die Käse isst, die generell gerne isst, die kocht und die hart arbeitet.
Es war mir schon immer wichtig, die Leute daran zu erinnern, dass es auch diese Version von Frauen gibt. Ich hatte das selbst nicht unbedingt, als ich jünger war. Aber mein Zugang ändert sich gerade: Auch ich werde erwachsen. Meine Interessen ändern sich. Ich habe nicht unbedingt das Gefühl, dass ich ständig dabei sein möchte. Vielleicht ändert sich das wieder. Aber ich versuche auf jeden Fall, meine Beziehung zu den sozialen Medien bewusst zu reflektieren und nicht zuzulassen, dass sie mein Leben dominieren. Ich versuche lieber, dass ich im Hier und Jetzt bleibe und die Dinge genieße, die echt sind.
Bereit zu sein bedeutet, mit sich selbst im Einklang zu sein, egal was passiert.
Wie entspannst du dich nach einem intensiven Tag?
Meine Hündin ist meine Lebensretterin. Ich gehe mit ihr spazieren und joggen oder mache mit ihr ein Nickerchen. Es ist so gesund, etwas zu haben, wofür man morgens aufsteht. Sie ist mein sicherer Hafen. Wenn ich nach Hause komme und sie für mich ein kleines Jaul-Konzert gibt – weil sie gar nicht glauben kann, dass ich schon wieder da bin –, dann erfüllt das mein Herz.
Deine Karriere ist geprägt von mutigen und vielfältigen Rollen. Welche Art von Geschichten oder weiblichen Figuren sprechen dich heute besonders an?
Ich frage mich immer wieder, warum mich bestimmte Rollen anziehen – meistens liegt es daran, dass mich die Psyche der Frau im Drehbuch interessiert und ich sie besser verstehen möchte.
Wie findest du Zugang zu Figuren, die sehr weit von deiner eigenen Persönlichkeit entfernt sind?
Ein zentraler Grund, warum ich die meisten von ihnen auswählte, ist gerade die Tatsache, dass ich mich so sehr von ihnen unterscheide. Sie tun Dinge, die ich niemals tun würde. Aber es gibt immer einen Kern in der Figur, den ich wiedererkenne, oder einen Kern, den ich kennenlernen möchte. Genau das ist die pure Freude an meiner Arbeit: herauszufinden, wer diese Person ist, und sie zum Leben zu erwecken, sodass sie zu einer Figur wird, bei der man, wenn man sie auf der Leinwand sieht, keinen Zweifel daran hat, dass sie real sein könnte. Das kann für mich auch mal sehr einschüchternd sein.
Gibt es anstehende Projekte, auf die du dich besonders freust?
Ich freue mich unglaublich auf den Start der Netflix-Serienadaption von „East of Eden“ (ab 01.10., Anmerkung). Wir haben damit etwas Wunderschönes und Beeindruckendes geschaffen – es ist eine Reise fürs Herz.
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