Zwei Generationen, eine Klappe: Wir testen das neue Samsung Galaxy Z Flip8
Wie unterschiedlich kann man ein Smartphone bedienen? Ziemlich, wie unser Familientest zeigt: Chefredakteurin Nicole Schlaffer und ihr 15-jähriger Sohn haben das neue Samsung Galaxy Z Flip8 mit 256 GB auf Arbeit, Alltag und Spaß geprüft.
© Samsung
Der erste kleine Generationenunterschied zeigte sich schon beim Auspacken, denn unser Testgerät wurde in Pink geliefert. Ein Umstand, der die Mama deutlich mehr freute als den Sohn, der die Farbe mit jener höflichen Zurückhaltung quittierte, die 15-Jährige für elterliche Begeisterung reserviert haben. Rund 40 Sekunden später war das Design allerdings Nebensache: Während ich noch überlegte, ob ich zuerst die Daten übertragen, die Kamera testen oder das Menü erkunden sollte, hatte er das Außendisplay bereits personalisiert, die wichtigsten Apps sortiert und eine Idee für ein Video. Ich las Beschriftungen, er wischte. Ich suchte Einstellungen, er probierte Gesten. Wir kamen beide ans Ziel, nur eben auf sehr unterschiedlichen Wegen.
Auch die Rolle des Smartphones könnte kaum verschiedener sein. Für mich ist es Arbeitsgerät, Kamera, Kalender und Nachrichtenredaktion im Taschenformat, für meinen Sohn Kommunikationszentrale, Musikplayer, Spielekonsole und Ausdruck seines persönlichen Stils. Beim Flip8 treffen sich diese Welten erstaunlich harmonisch.
Klein machen kann es sich richtig gut
Der Reiz dieses Smartphones zeigt sich in dem Moment, in dem man es zuklappt. Plötzlich verschwindet ein vollwertiges 6,9-Zoll-Gerät in einer kleinen Tasche. Mit 180 Gramm ist das Flip8 angenehm leicht, hochwertig verarbeitet und aufgeklappt erstaunlich dünn. Das Scharnier läuft geschmeidig und hält das Smartphone zuverlässig in unterschiedlichen Winkeln.
Zugeklappt ist es naturgemäß dicker als ein klassisches Handy, weshalb man den kleinen Technikwürfel in einer engen Jeanstasche durchaus spürt. In der Handtasche ist das kompakte Format dafür unschlagbar. Nach einigen Tagen kam mir mein gewohntes langes Smartphone bereits vor wie ein Frühstücksbrett. Und dann ist da noch dieses herrlich endgültige Zuklappen: Gespräch beendet, Mail beantwortet, Social Media für den Moment erledigt. Klapp. Mein Sohn hielt diese Symbolik anfangs für leicht übertrieben und tat es wenig später selbst mit sichtlicher Freude.
Außen schnell, innen großzügig
Das 4,1 Zoll große FlexWindow zeigt Wetter, Termine und Nachrichten, steuert die Musik und startet die Kamera, ohne dass man das Gerät öffnen muss. Mein Sohn verstand dieses Prinzip sofort und versuchte, möglichst viel über das Außendisplay zu erledigen. Ich klappte es anfangs bei jeder Kleinigkeit auf, bis er mich freundlich auf den Sinn dieser großen Außenfläche hinwies. Bald wurde sie auch für mich zur Lieblingsfunktion. Ein kurzer Blick auf den nächsten Termin oder eine Nachricht genügt, ohne gleich in den Tiefen anderer Apps zu verschwinden. Mein Sohn liebte vor allem die Personalisierung mit Hintergründen, Widgets und Farben.
Manche Apps wirken auf der kleinen Fläche noch etwas gedrängt, längere Nachrichten schreibt man angenehmer auf dem großen Innendisplay. Dieses ist hell, farbstark und mit bis zu 120 Hertz wunderbar flüssig. Die Falte in der Mitte sieht und spürt man, nach kurzer Zeit nahmen wir sie beide kaum noch wahr.
Mutter denkt in Terminen, Sohn in Möglichkeiten
Mit Exynos-2600-Prozessor und 12 GB Arbeitsspeicher läuft das Flip8 schnell und geschmeidig. Apps öffnen ohne merkliche Verzögerung, Fotos werden flott verarbeitet und auch Galaxy AI reagiert angenehm zügig.
Ich fand Now Brief besonders praktisch, weil Wetter, Termine und ausgewählte Informationen kompakt zusammenlaufen. Auch die KI-Fotobearbeitung überzeugte, wenn störende Personen verschwinden oder Bildausschnitte korrigiert werden sollten. Mein Sohn probierte kreativer herum, wechselte rasant zwischen Apps und entdeckte Funktionen, die ich vermutlich erst Wochen später gefunden hätte.
Beim Gaming zeigte sich, dass ein Teenager „kurz testen“ großzügiger definiert als seine Mutter. Die Spiele liefen flüssig, nach längerer Belastung wurde das kompakte Gehäuse allerdings spürbar warm. Für den normalen Alltag ist das kein Thema, für stundenlange Gaming-Sessions gibt es geeignetere Geräte.
Die Kamera stellt sich selbst auf
Unser größter gemeinsamer Nenner war die Kamera. Das Flip8 besitzt eine 50-Megapixel-Hauptkamera, eine 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und eine 10-Megapixel-Kamera im Innendisplay. Seine eigentliche Stärke liegt in der faltbaren Bauweise: Halb geöffnet stellt man es auf einen Tisch, ein Geländer oder eine Fensterbank und hat sein Stativ immer dabei.
Ich nutzte das für Gruppenfotos und Videos, mein Sohn für Clips aus ungewöhnlichen Perspektiven. Über das Außendisplay sieht man sich beim Fotografieren selbst, wodurch Selfies mit der besseren Hauptkamera gelingen. Die Bilder wirken natürlich, Gesichter angenehm realistisch und auch bei schwächerem Licht sind die Ergebnisse schön.
Beim starken Zoom stößt das Flip8 mangels Teleobjektiv an seine Grenzen. Wer bei Konzerten aus der letzten Reihe fotografiert, wird sich mehr Reichweite wünschen. Für Alltag, Reisen, Social Media und redaktionelle Schnappschüsse ist die Kamera dennoch sehr verlässlich – und die flexiblen Möglichkeiten machen richtig Spaß.
Ein Tag geht sich aus
Der 4.300-mAh-Akku brachte mich mit E-Mails, Telefonaten, Navigation, Fotos und Social Media gut durch den Tag. Mein Sohn forderte ihn mit Videos, Musik und Spielen stärker und suchte entsprechend früher nach dem Ladekabel. Wahrscheinlich der ehrlichste Akkutest überhaupt: Erwachsene Nutzung endet am Abend, Teenager-Nutzung kennt kein Ende.
Mit 25 Watt lädt das Flip8 eher gemütlich, kabelloses Laden ist ebenfalls möglich. Ein Netzteil liegt allerdings nicht bei. Die 256 GB Speicher reichten für unseren Testalltag locker aus, eine Speicherkarte kann jedoch nicht eingesetzt werden.
Auch der Preis von 1.299 Euro ist selbstbewusst, und gegenüber dem Flip7 fallen die Neuerungen eher fein aus. Wer bereits das Vorgängermodell besitzt, muss daher keinen spontanen Wechsel planen. Für Umsteiger*innen von einem klassischen Smartphone oder einem älteren Flip fühlt sich das Konzept deutlich frischer an. Sieben Jahre Updates helfen außerdem dabei, den hohen Einstiegspreis über eine lange Nutzungsdauer zu relativieren.
Pro & Contra

Pro:
- Kompaktes Klappformat
- Großes Außendisplay
- Starke St Kamera
- Flüssige Bedienung
- Praktische KI-Funktionen
- Lange Update-Garantie
Contra:
- Hoher Preis
- Gemächliches Laden
- Kein Telezoom
- Sichtbare Displayfalte
- Teils enge Außendisplay-Apps
Das Gerät wurde für Testzwecke von Samsung zur Verfügung gestellt.
Weitere Artikel zu diesem Thema
Abo