Urlaubskrise? 5 Tipps für eure Urlaubsplanung!
Wenn die Koffer gepackt sind, aber der Frust mitreist.
© Pexels/Taryn Elliott
Wer hat nicht schon einmal einem Urlaub zugestimmt, hauptsächlich dem Partner zuliebe? Vor einiger Zeit erzählte mir eine Klientin von einem Urlaub, der eigentlich wunderschön hätte werden sollen und trotzdem in einer ziemlichen Beziehungskrise endete. Ihr Mann wollte unbedingt mit dem Wohnwagen durch Dänemark reisen. Für ihn war das die absolute Traumvorstellung: Freiheit, Abenteuer, spontan unterwegs sein und vor allem als Familie gemeinsam Erinnerungen schaffen.
Sie selbst stand dieser Idee allerdings von Anfang an eher kritisch gegenüber. Während ihr Mann voller Vorfreude den Wohnwagen vorbereitete, dachte sie sich innerlich nur: „Drei kleine Kinder auf fünf Quadratmetern, zwei Wochen lang. Das hört sich nicht nach Erholung an.“ Denn Urlaub bedeutete für sie, einmal nicht kochen, organisieren, aufräumen und funktionieren zu müssen. Trotzdem stimmte sie zu. Sie freute sich nicht wirklich darauf, wollte ihm diesen Wunsch aber erfüllen.

Urlaubskrise
Die größte Krise entstand dann, als auch noch das Wetter in Dauerregen umschlug. Mitten im Nirgendwo standen sie mit dem Wohnwagen, die Kinder bekamen Lagerkoller und die Stimmung wurde von Tag zu Tag angespannter. Die Klientin erzählte mir frustriert lachend, dass irgendwann feuchte Socken durch den Wohnwagen flogen, weil die Kinder stritten.
Und genau in diesem Moment dachte sie sich nur noch: „Ich habe es von Anfang an gewusst!“ Während ihr Mann noch versuchte, das Ganze als Abenteuer zu sehen und die Stimmung aufzuheitern, fühlte sie sich einfach nur erschöpft und mit ihren Bedürfnissen komplett übergangen.
Fehlende Kommunikation
Und genau das erlebe ich in meiner Praxis immer wieder. Viele Paare sprechen vor einem Urlaub viel zu wenig darüber, was sie sich eigentlich vom gemeinsamen Urlaub wünschen und welche Vorstellung sie haben. Und dann passiert es, dass einer zurücksteckt und seine Zweifel nicht klar genug kommuniziert. Doch genau diese unausgesprochenen Bedürfnisse kommen mit ins Gespäck und sind oftmals Spiegel der Beziehung selbst. Denn der eine sucht Abenteuer und gemeinsame Erlebnisse, während der andere sich vielleicht einfach nur einmal nach Ruhe und echter Erholung sehnt. Deshalb ist es so wichtig, schon vorher offen über Wünsche, Erwartungen und auch Ängste zu sprechen.
Denn Urlaub sollte nicht bedeuten, dass einer das Gefühl hat, etwas aufgeben zu müssen, damit der andere glücklich ist. Vielmehr geht es darum, gemeinsam einen Weg zu finden, der alle Bedürfnisse abdeckt und bleibende Erinnerungen schafft.

5 Tipps für Eure Urlaubsplanung
1. Nicht nur den Urlaub planen, sondern auch die Erwartungen dahinter besprechen.
Was bedeutet Erholung für jeden von euch?
2. Bedenken frühzeitig aussprechen.
Aus Liebe Ja zu sagen, obwohl innerlich vieles dagegenspricht, führt oft zu Frust. Ehrlichkeit vor dem Urlaub verhindert viele Konflikte im Urlaub.
3. Die Aufgaben fair aufteilen.
Wenn einer dauerhaft kocht, organisiert, zusammenräumt und an alles denken muss, fühlt sich Urlaub schnell wie Alltag an, eben nur an einem anderen Ort.
4. Nicht krampfhaft versuchen, dass alles perfekt sein muss.
Regen, Streit, genervte Kinder oder Planänderungen gehören oft dazu. Entscheidend ist nicht der perfekte Urlaub, sondern wie man gemeinsam damit umgeht.
5. Bewusst kleine schöne Momente schaffen.
Ein Kaffee am Morgen, ein Spaziergang am Abend oder zehn Minuten echte Nähe können oft mehr Verbindung schaffen als der perfekt geplante Urlaubstag.
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Claudia Toth, MSC
Ganzheitliche Familienbegleiterin, psychosoziale Beraterin. Sie begleitet Paare und Eltern dabei, ein stabiles Fundament für sich selbst, ihre Partnerschaft und die Begleitung ihrer Kinder zu schaffen. Ihre Mission: gestärkte Familien der Zukunft.
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