Der Kultur Sommer Güssing bringt echte Menschen auf die Bühne
Einige der prägendsten Stimmen der österreichischen Kabarett- und Literaturszene – führt das Festival im Kulturzentrum Güssing in eine neue Ära.
Andreas Vitásek © Jan Frankl
Von der hochkarätigen Eröffnungsgala mit Thomas Stipsits, dem Blechhauf’n, Isabell Pannagl, Andreas Vitásek u. v. m. über die ORF-Tafelrunde mit Gerald Fleischhacker bis hin zu Soloabenden von Malarina, Christina Kiesler, Sebastian Humi, Christof Spörk oder Benedikt Mitmannsgruber spannt sich ein abwechslungsreicher Bogen aus Humor, Unterhaltung und Herz über den Kultur Sommer Güssing.
Jubiläen, Premieren und Burgenlandpremieren treffen auf Satire, musikalisches Kabarett und literarische Entdeckungen. Den stimmungsvollen Ausklang bildet der Literaturherbst im Freilichtmuseum Gerersdorf und in Güssing mit Michael Schottenberg, Martina Parker und Tarek Leitner.
Und mitten im Sommer präsentiert Intendant Andreas Vitásek sein neues Programm, bei dem alles darf, nichts muss. Mit uns spricht Vitásek über das Programm, sein Alter und die neue Ära des Kultur Sommer Güssing.
Das heurige Motto des Kultur Sommer Güssing lautet „Echte Menschen“ – eine Anspielung auf die mittlerweile KI-überflutete Gesellschaft?
Andreas Vitásek: Die Kunstform Kabarett gibt „echten Menschen“ eine Plattform, um erlebte oder ausgedachte Geschichten live für „echte Menschen“ zu spielen. Alles passiert hier und jetzt. In Echtzeit. Mit Hoppalas, Fehlern, genialen Einfällen und Improvisationen. Die KI kann nicht schwitzen.
Was waren Deine Überlegungen bei der Auswahl der Künstlerinnen? Oder gab es auch jemanden, den Du gerne gehabt hättest, der aber nicht zugesagt hat?
Ich habe geplant, eine ausgewogene Mischung aus arrivierten Künstler*innen und neuen Talenten zu präsentieren, und war eher überrascht, dass alle, die ich angefragt habe, unbedingt kommen wollten. Die, die heuer aus Termingründen nicht konnten, kommen nächstes Jahr.



Eine Reihe namhafter Künstler*innen ziert das Line-up des heurigen Kultur Sommer Güssing.
2026 beginnt mit dem generalsanierten Kulturzentrum Güssing eine neue Ära. Welche Möglichkeiten eröffnet Dir das Haus?
Eine deutliche Verbesserung ist die Möglichkeit, bei Schlechtwetter von der Open-Air-Bühne in den großen Saal zu übersiedeln.
Das kleinere Atrium bietet jetzt auch die Möglichkeit, noch nicht so bekannten Künstler*innen eine Bühne zu geben.
Du bist im Mai 70 geworden. Wenn Du auf Ihre Karriere zurückblickst: Welche Deiner damaligen Überzeugungen würdest Du Deinem jüngeren Ich heute ausreden?
Da ich weiß, dass ich mir als Jungem von niemandem eine Überzeugung ausreden ließ, würde ich es gar nicht erst versuchen.
Mit Deinem eigenen Jubiläumsprogramm „Wie es mir gefällt“ feierst Du am 1. August Premiere. Und das Besondere ist, dass kein Auftritt so werden soll wie der andere. Improvisiert es sich mit 70 leichter als mit 40?
Nach den ersten Voraufführungen von „Wie es mir gefällt“ kann ich behaupten, dass ich noch nie zuvor so eine Freiheit auf der Bühne verspürt habe, und das dürfte wahrscheinlich dem Alter und der Erfahrung geschuldet sein.
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