Porträt von Catherine Sica in weißer Bluse vor neutralem Hintergrund, freundlich lächelnd in die Kamera blickend.

Catherine Sica – die Frau hinter dem Ausdruck

Catherine Sica lebt Kunst in all ihren Facetten – als Malerin, Restauratorin, Musikerin und Visionärin.

4 Min.

© Viktor Fertsak

Catherine Sicas Weg führt von Deutschland ins Burgenland, wo sie mit dem Kunsthaus Rust einen Ort geschaffen hat, der inspiriert und verbindet.

Es gibt diese Menschen, mit denen Begegnungen lange nachwirken. Catherine Sica gehört genau in diese Kategorie. Eine Frau, deren Leben sich wie ein vielschichtiges Kunstwerk entfaltet – mit klaren Linien, mutigen Brüchen und einer bemerkenswerten Tiefe. Geboren in Freiburg im Breisgau, zeigt sich ihre kreative Ader früh. Zeichnen, Malen, Musik – Ausdruck findet bei ihr viele Wege. Während andere ihren Stil erst suchen, lebt Sica schon in jungen Jahren eine künstlerische Selbstverständlichkeit.

Gleichzeitig bewegt sie sich zunächst in einem ganz anderen Umfeld: Sie arbeitet im elterlichen Gastronomiebetrieb, entwickelt ein eigenes Magazin, beginnt eine erfolgreiche Karriere in der Verlags- und Werbebranche. Große Namen zählen zu ihren Auftraggebern, ihre Projekte sind national sichtbar.

Kunst als Konstante

Mitte der 1990er folgt der bewusste Schritt: Ausbildung zur Restauratorin, Spezialisierung auf Gemälde. Diese Entscheidung wird zur Grundlage ihres künstlerischen Denkens. Die intensive Auseinandersetzung mit den Techniken der alten Meister, mit Materialien (Edelsteine, Metalle, Öl, Leinen etc.), Strukturen und Zeitspuren prägt ihren Zugang bis heute.

Sica denkt Kunst als Prozess. Ihre eigene Malerei entwickelt sich von figurativen Ansätzen hin zu weichen, abstrakten Kompositionen. Sie arbeitet mit Texturen, mit Schichten, mit Übergängen – immer auf der Suche nach neuen Perspektiven, nach dem Moment, in dem ein Bild beginnt zu atmen. Parallel dazu lebt sie ihre zweite große Leidenschaft aus: die Musik. Als Sängerin ihrer Band steht sie bis heute auf internationalen Bühnen, arbeitet im Studio, wird ausgezeichnet und erlebt eine prägende Zeit.

Modernes Kunstwerk von Catherine Sica mit blauem Hintergrund, goldener vertikaler Struktur und zentralem mineralartigen Element.
© beigestellt

Mehr als eine Galerie

Mit dem Umzug nach Österreich beginnt ein neues Kapitel. Seit 1999 lebt Catherine Sica im Burgenland und als sie schließlich in Rust ankommt, entsteht etwas, das weit über eine Ortsveränderung hinausgeht. Die kleine Freistadt am Neusiedler See wird für sie zum kreativen Resonanzraum, zu einem Ort, an dem sich ihre Erfahrungen bündeln und weiterentwickeln können.

2008 folgt der Schritt, der bis heute eng mit ihrem Namen verbunden ist: die Gründung des Kunsthauses Rust. Was als Vision beginnt, wächst zu einem Herzensprojekt, das sie mit viel Gespür für Details und mit großem persönlichem Einsatz realisiert. Ein altes Winzerhaus wird von ihr behutsam restauriert, mit Respekt vor der Geschichte des Gebäudes und gleichzeitig mit einem klaren Blick für das, was daraus entstehen kann.

Für Sica ist dieses Haus weit mehr als eine Galerie: Es ist ein Ort, an dem Kunst lebendig wird, an dem Begegnungen stattfinden, an dem sich Perspektiven öffnen. Ein Raum, der verbindet: Atmosphäre, das Zusammenspiel von Licht, Struktur und Emotion. Über 150 Ausstellungen fanden hier im Laufe der Jahre statt, internationale und nationale Positionen treten in Dialog, ergänzt durch Sicas eigene Werke, die unter dem Begriff „Transformativer Expressionismus“ stehen.
Auch der Außenraum wird Teil dieser Idee. Ein Garten, der als Erweiterung gedacht ist, als Übergang zwischen Natur und Gestaltung.

Neues zulassen

Und Sica bleibt bei all ihren Vorhaben nie stehen. Sie initiiert 2009 die Ruster Adventmeile, entwickelt 2012 mit „Adventeuerlich“ ein Format, das Kunst und Bühne verbindet und bis nach Deutschland Aufmerksamkeit bekommt – und für die ­BURGENLÄNDERIN entwarf sie 2022 die Trophäe für die ­BURGENLÄNDERIN Awards.

Gleichzeitig engagiert sie sich für Themen, die über die Kunst hinaus­gehen. Ihr Einsatz für den Tier- und Naturschutz steht für einen weiteren Ausdruck ihrer Haltung. Die Rettung der Ruster Storchenallee ist eines dieser Beispiele, das zeigt, wie konsequent sie ihre Überzeugungen lebt. Nach mehr als drei Jahrzehnten als Künstlerin ist Catherine Sica international präsent, ihre Arbeiten werden in Städten wie London, New York oder Florenz gezeigt. Im Juni 2026 folgt die nächste Ausstellung in München – ein weiterer Schritt in einer Entwicklung, die sich nicht abschließen lässt.

Catherine Sica sitzt barfuß im Sonnenlicht vor einer hellen Felswand und posiert entspannt mit einem leichten, beigen Kleid.
© Sabine König

Was bleibt, ist dieses Gefühl, das man aus ihren Arbeiten mitnimmt: dass Kunst mehr sein kann als ein Bild. Dass sie berührt, bewegt und manchmal sogar ein Stück weit verändert. Vielleicht, weil Catherine Sica nie aufgehört hat, sich selbst zu hinterfragen, weiterzugehen, Neues zuzulassen.

www.sica-art.com
www.kunsthausrust.at

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