Ursula Strauß: Rat an mein jüngeres Ich

Zehn Dinge, die das Leben bisher gelehrt hat

2 Min.

© Rafaela Pröll

Prominente Österreicherinnen und Österreicher wie Ursula Strauß, verraten uns zehn Dinge, die sie das Leben bisher gelehrt hat.

Zur Person:
Ursula Strauss ist eine der gefragtesten und ausdrucksstärksten Schauspielerinnen, die in genreübergreifenden Kino- und TV-Produktionen im deutschen Sprachraum nahezu omnipräsent ist. Derzeit ist sie u.a. in der ORF-Serie „Biester“ zu sehen. Die vielfach Ausgezeichnete ist seit zehn Jahren glücklich verheiratet und feierte am 25. April ihren 50. Geburtstag.

1. Eigentlich ist bis jetzt alles gut gegangen. So viel kann mein jüngeres Ich also nicht falsch gemacht haben.

2. Mein jüngeres Ich hätte mutiger sein dürfen, nicht so stark an sich zweifeln sollen. Lange hatte ich Minderwertigkeitskomplexe, die noch immer in mir wohnen, weil das jüngere und das ältere Ich nicht getrennt voneinander sind. Aber mittlerweile bin ich die Unsicherheit schneller wieder los. Mein jüngeres Ich kann also darauf vertrauen, dass man selber gut genug ist.

3. Sich früher für Politik zu interessieren. Im Nachhinein betrachtet war es schade, dass es in der Schule keine politische Bildung gab.

4. Früher mit Sport zu beginnen. Ich hätte immer gerne Ballett getanzt, aber bei uns in Pöchlarn gab es das nicht, und etwas Adäquates habe ich nicht gefunden. Tanzkurse und Seminare konnte ich erst mit neunzehn Jahren beginnen.

5. Bei sich bleiben, nicht in die Vergleichsfalle tappen, stark und freundlich durchs Leben gehen. Sich von außen nicht so schnell aus sich herausjagen lassen.

6. Mein jüngeres Ich hat überall aufgezeigt, wo es um Rollenspiele gegangen ist, im Kindergarten, bei den Pfadfindern, der Jungschar und in der Schule. Sketches, Schattenspiel und Aufführungen – ich habe alles ausgenutzt, was in den 1980er-Jahren am Land verfügbar war.

7. Den Klavierunterricht ernster zu nehmen! Ich würde gerne spielen können, aber damals hat es mich nicht so getriggert, was ich heute echt bereue (lacht).

8. Mehr Fragen zu stellen an die Generation meiner Großmutter. Als Nachzüglerin nach drei Brüdern war ich in meiner Pubertät zu jung und zu sehr auf mich selbst fokussiert. Ich hätte mich mehr mit der eigenen Herkunft befassen und die Geschichten der Frauen voriger Generationen erfragen sollen.

9. Die Langeweile, die man manchmal empfindet, wirklich zu genießen. Mein früheres Ich war zu ungeduldig. In Wirklichkeit waren diese Momente des herrlichen Nichtstuns goldene Momente – von einer tiefen Ruhe getragen.

10. Im Moment sein! Nichts anderes kann man beeinflussen, das Vergangene ist vergangen, die Zukunft ist noch nicht da. Sich mit dem Moment beschäftigen, den man gerade geschenkt bekommen hat.

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